...Wolfram Koller, CEO der Systrion AG, über gemeinsame Standards und bessere Prozesse durch Artikelstammdaten
Gemeinsame Standards schaffen in der Getränkebranche die Grundlage für abgestimmte Prozesse und eine verlässliche Zusammenarbeit. Im Interview erläutert Wolfram Koller, warum saubere Artikelstammdaten dabei eine zentrale Rolle spielen, welche drei Maßnahmen Marktteilnehmer zuerst angehen sollten und was die Zusammenarbeit von GEDAT und Systrion besonders macht.
Wolfram Koller: „Weil die Getränkebranche logistisch viel komplexer ist, als es von außen manchmal aussieht. Eine Flasche ist eben nicht einfach eine Flasche. 0,33 Liter Longneck, 0,5 Liter NRW, Mehrweg, Einweg, PET, Glas, Kastenmaß, Pfandlogik, Vollgut, Leergut - und dann kommen noch Produktinformationen, Bilder, Inhaltsstoffe, Allergene, Zielmärkte und Handelspartneranforderungen dazu.
Marketing möchte verständlicherweise, dass ein Produkt auffällt. Logistik möchte verständlicherweise, dass Flaschen, Kästen, Paletten, LKWs, Waschanlagen und Rücknahmeprozesse möglichst effizient funktionieren. Und damit das funktioniert, müssen alle Beteiligten über dasselbe sprechen.
Standards schaffen eine gemeinsame Sprache. Dadurch nehmen Sie Komplexität aus dem Alltag heraus. Das Ergebnis: Weniger manuelle Nacharbeit, weniger Bestellfehler und damit bessere Warenverfügbarkeit. “
Wolfram Koller: „Der wichtigste Schritt ist aus meiner Sicht: Stammdaten nicht länger als lästige Pflichtaufgabe behandeln. Artikelstammdaten sind die Grundlage für digitale Prozesse. Wenn sie fehlen, falsch oder uneinheitlich sind, kann man vorne noch so viele Digitalisierungsinitiativen starten - hinten sitzt trotzdem jemand mit Excel, E-Mail und Telefon und repariert den Prozess von Hand.
Die Branche sollte deshalb drei Dinge konsequent angehen. Erstens: auf gemeinsame Standards setzen. Nicht jeder eigene Sonderweg ist ein Wettbewerbsvorteil. Häufig ist er einfach nur teuer. Zweitens: Datenqualität möglichst früh im Prozess absichern. Fehler sollten nicht erst beim Handelspartner auffallen, sondern direkt bei der Erfassung und Pflege. Drittens: Systeme so verbinden, dass Daten nicht immer wieder neu eingegeben werden müssen.
Wir haben getITEM genau mit dem Ziel aufgebaut, unterschiedliche Datenstrukturen für den Austausch von Artikelstammdaten in der Getränkebranche zu vereinheitlichen und dem Getränkefachgroßhandel digital und ohne Medienbrüche zugänglich zu machen. Oder anders gesagt: Die Branche muss nicht bei null anfangen. Die Grundlage ist da. Jetzt geht es darum, sie konsequent zu nutzen. “
Wolfram Koller: „Ich würde sagen: fachlich war das ein bisschen Liebe auf den ersten Blick. Wir sitzen beide in Hamburg und haben ziemlich schnell festgestellt, dass wir dieselbe Sicht auf Stammdaten und ihre Wichtigkeit teilen. Systrion bringt über 25 Jahre Erfahrung mit Stammdaten mit und kennen die FMCG- und Getränkebranche und die dazugehörigen Prozesse extrem gut. Und GEDAT teilt unseren hohen Anspruch an Stammdatenqualität. Das ist aus meiner Sicht der wichtigste Punkt. Wenn zwei Partner dieselbe Überzeugung teilen, dann diskutiert man nicht ständig über das Ob, sondern sehr konstruktiv über das Wie.
getITEM ist eigentlich die logische Konsequenz daraus. GEDAT bringt den Branchenstandard und den Zugang zur Branche ein. Systrion bringt die technische Plattform und das Know-how für Datenqualität, GDSN, PIM, Schnittstellen und Betrieb ein. Daraus ist ein zentraler Datenservice für aktuelle, verlässliche und auf die Getränkebranche zugeschnittene Artikelinformationen entstanden. Und wenn beide Seiten denselben Anspruch haben - aktuelle, vollständige, valide Stammdaten statt Excel-Archäologie - dann macht Zusammenarbeit ziemlich viel Spaß. “
GEDAT: Vielen Dank für das Interview.